Hong Kong University forscht mit Ausrüstung des deutschen Maschinenbauers Aixtron

28. Februar 2011

external Linkhttp://www.themenportal.de/wissenschaft/hong-kong-university-erforscht-iii-v-halbleiter-au…

Die Hong Kong University of Science and Technology (HKUST) hat im dritten Quartal 2010 eine AIXTRON Close Coupled Showerhead (CCS) MOCVD1-Anlage in einer 6×2-Zoll-Waferkonfiguration (3×3- bzw. 1×6-Zoll) bestellt. Nach der Auslieferung im ersten Quartal 2011 wird ein Serviceteam von AIXTRON die neue Anlage im Forschungslabor des Instituts im Fachbereich Elektro- und Computertechnik in Betrieb nehmen.

„Zwischen AIXTRON und unserem Institut besteht seit vielen Jahren eine enge Verbindung“, sagt Professor Kei May Lau. „So konnten wir große Sachkenntnis über Technologie, Prozesse und Verfahrensweise aufbauen und wollen nun auch neue Projekte mit AIXTRON durchführen.” Die Anlage bilde das Kernstück für die Erforschung von III/V-Verbindungshalbleitern auf Silizium – insbesondere die Hochtemperaturfähigkeit des Reaktors (>1.000 °C) sei dabei essenziell, so die Professorin.

Professor Lau hat seit 2000 eine Professur am Lehrstuhl für Elektro- und Computertechnik an der Universität HKUST. Dort etablierte sie das wissenschaftlich-technische Photonikzentrum für Forschung & Entwicklung mit einem besonderen Fokus auf Verbindungshalbleiter-Materialien und -Bauelementen. Sie ist IEEE-Mitglied und Forschungsbeauftragte der Croucher Foundation.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Lau berichtete 2008 bei der IEDM-Konferenz über metamorphe Al0.50In0.50As/Ga0.47In0.53As-Transistoren (mHEMT) mit einer Gate-Länge von 1,0-μm und hohen Elektronenbeweglichkeiten, die mit einer AIXTRON 200/4-Anlage auf Siliziumsubstraten hergestellt wurden. Sie verfügten über eine Grenzfrequenz der Stromverstärkung (fT) von 37 GHz sowie einer maximalen Schwingfrequenz (fmax) von 55 GHz. Ebenfalls auf Silizium werden Hochgeschwindigkeits-Fotodetektoren auf Indium-Gallium-Arsenid-Basis entwickelt.

Quelle: Themenportal online

Praktikum im Reich der Mitte

18. Februar 2011

In der kommenden Woche werden neun Studierende der Humanmedizin und eine Zahnmedizinstudentin aus Jena nach Xinxiang in der chinesischen Provinz Henan reisen, um an der dortigen Medizinischen Hochschule ein sechswöchiges ärztliches Praktikum zu absolvieren. Den Kontakt nach Ostchina vermittelte der Jenaer Anatomieprofessor Christoph Redies, zwischen dessen Institut und der Xinxiang Medical University seit mehreren Jahren ein wissenschaftlicher Austausch besteht.
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In Vorbereitung ihrer Famulatur in China lernen die Studierenden Mandarin. Der Leiter des Sprachenzentrums der Jenaer Universität, Dr. Joachim Boldt, nahm den Kurs in den Abendstunden kurzfristig und unkompliziert zusätzlich in sein Programm. (Foto: vdG/UKJ)

„肾, shèn“, wiederholen die Studenten im Chor die Worte von Dr. Joachim Boldt. Seit Beginn des Wintersemesters lernen die angehenden Mediziner beim Leiter des Sprachenzentrums an der Friedrich-Schiller-Universität die Grundzüge der chinesischen Sprache. Auch wenn sie jetzt ‚Niere’ auf Mandarin sagen können, wird die Verständigung hauptsächlich in Englisch sein. In den Kliniken der Xinxiang Medical University wird jedem der Gäste ein studentischer Mentor zur Seite gestellt. 7000 Studenten zählt die Medizinische Hochschule in Xinxiang, das mit seinen 5,5 Millionen Einwohner im chinesischen Maßstab als Provinzstadt gilt.

„Ich bin neugierig auf die medizinische Versorgung und den klinischen Alltag in Xinxiang, und vor allem darauf, die traditionelle chinesische Medizin im Original zu erleben“, beschreibt Markus Löwe, Medizinstudent im 9. Semester, seine Motivation zum Auslandspraktikum. „Und natürlich reizt es, das Land und die Kultur kennen zu lernen.“ Finanzielle Unterstützung erhalten die Austauschstudenten durch die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland, bvmd. Bei Visum und Studienbescheinigungen half das Akademische Auslandsamt der Universität.

Eine Fortsetzung des Austauschs ist geplant. „Im September des letzten Jahres nahm eine Studentin aus Xinxiang an unserer Summerschool teil. Zwei Absolventen aus Xinxiang arbeiten derzeit in der Forschung in Jena“, so Professor Redies. Es gibt auch bereits Anmeldungen für die nächste Xinxiang-Famulatur im Sommer

Kontakt
Prof. Dr. Dr. Christoph Redies
Institut für Anatomie I
Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641 – 9 – 35810
E-Mail: Christoph.Redies(at)mti.uni-jena.de

Quelle: Universitätsklinikum Jena

Wasser statt Wüste: Geographen der KU forschen für nachhaltiges Umweltmanagement im Nordwesten Chinas

18. Februar 2011

Forscher der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) untersuchen gemeinsam mit Wissenschaftlern von zehn weiteren Forschungseinrichtungen aus Deutschland in den kommenden fünf Jahren, wie sich im chinesischen Tarim-Becken Wasserressourcen nachhaltig nutzen und die Stabilität des dortigen Ökosystems bewahrt werden kann. Die Arbeiten erfolgen in enger Kooperation mit Wissenschaftlern und Behörden aus China.

Logo Katholische Universität Eichstätt-IngolstadtDie stellvertretende Koordination des mehr als 40 Forscher umfassenden Projektteams von „SuMaRiO (Sustainable Management of River Oases along the Tarim River) liegt bei Prof. Dr. Bernd Cyffka, Professur für Angewandte Physische Geographie an der KU. Das Gesamtprojekt – angesiedelt an der Universität der Bundeswehr München (Prof. Dr. Markus Disse) – wird vom Bundesforschungsministerium mit rund 7,5 Millionen Euro gefördert, die an der KU angesiedelten Teilprojekte erhalten 625.000 Euro.

Das Tarim-Becken im Nordwesten Chinas ist 1500 Kilometer lang bzw. 600 Kilometer breit und wird größtenteils von der Taklamakan-Wüste eingenommen. Wasser ist dort ein besonders kostbares Gut und gelangt im Wesentlichen durch den Tarim-Fluss ins Tarim-Becken. Dieser speist sich wiederum wird aus Niederschlägen und Schmelzwasser aus Gletschern und Schnee der umliegenden Gebirge. „In den vergangenen fünf Jahrzehnten wurden Verteilung und Verfügbarkeit der knappen Wasserressourcen durch intensive Nutzung und Übernutzung, insbesondere durch die Landwirtschaft, stark verändert“, erklärt Professor Bernd Cyffka, der auch das Aueninstitut der KU leitet. Diese Entwicklung habe zu großen Umweltproblemen im Tarim-Becken geführt. Die natürlichen Ökosysteme und ihre ökologischen Prozesse seien massiv durch stetig steigende Wasserentnahmen für Bewässerung beeinträchtigt worden, es drohe eine weitere Ausbreitung der Wüste. Die Forscher der KU werden sich im Rahmen des Gesamtprojektes vor allem dem Dialog mit verschiedenen Interessensgruppen vor Ort, der Schutzfunktion von Auwäldern am Mittel- und Unterlauf des Tarim sowie der Artenvielfalt im Gewässer widmen. Auch der aus China stammende Prof. Dr. Ümüt Halik, derzeit im Rahmen einer Mercator-Gastprofessur der DFG an der KU tätig, wird am Projekt beteiligt sein.

Das übergeordnete Ziel von „SuMaRiO“ ist die Unterstützung des Managements von Oasen als Wasserressource am Tarim unter den Bedingungen des Klimawandels und auch des gesellschaftlichen Wandels in China. Die Forschungsergebnisse sollen in ihrer Gesamtheit unmittelbar die lokalen Entscheidungsträger bei einer wissenschaftlich fundierten, nachhaltigen Landnutzungsplanung unterstützen. „Dies dient zunächst, auch durch technische Innovationen im Bereich Bewässerungsbau, einer nachhaltigen Sicherung und Entwicklung der lokalen Landwirtschaft“, so Cyffka. Da diese aber das Rückgrat der Volkswirtschaft der Xinjiang-Provinz darstelle, seien mittelfristig auch positive Einkommens- und Beschäftigungseffekte für weitere Sektoren und somit auch für die soziale Stabilität in der Xinjiang-Provinz zu erwarten. Durch die Zusammenarbeit der deutschen Wissenschaftler mit chinesischen Fachkollegen und Entscheidungsträgern sollen die Bindungen der beiden Nationen im Bereich Entwicklung und technische Zusammenarbeit langfristig weiter gestärkt werden.

Kontakt
Prof. Dr. Bernd Cyffka
Professur für Angewandte Physische Geographie
Tel.: 08421 – 93 – 1392
E-Mail: bernd.cyffka@ku-eichstaett.de

Quelle: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Hochschule Bremen und East China Normal University Shanghai unterzeichnen Kooperationsabkommen

05. Januar 2011

Die Rektorin der Hochschule Bremen, Prof. Dr. Karin Luckey, Präsident der East China Normal University (ECNU) Shanghai, Yu Lizhong, und Prof. Dr. Helmut Eirund, Scientific Director des M2C Instituts für angewandte Medienforschung der Hochschule Bremen, unterzeichneten am 15. Dezember 2010 ein Kooperationsabkommen. Ziel des Vertragswerks zwischen der ECNU und dem M2C ist der Aufbau einer ständigen Forschungszusammenarbeit zwischen den Beteiligten. Das erste gemeinsame Projekt ist die Kooperation im internationalen Projekt “Think Tank Think BETA – Evolution of Smart Cities”.

Ziel des Projekts ist es, zukunftsweisende innovative Forschung und Entwicklung von Technologien, Methodologien und neuartige Dienstleistungen mit Projektpartnern der Hochschule Bremen aus Deutschland, verschiedenen Ostseeanrainerstaaten sowie den USA und aus China zu vernetzen und interdisziplinär voranzubringen. Es geht um die Herausforderung, Städte und Infrastrukturen zukunftsfähig zu gestalten. Bisherige technologische Ansätze haben die bestehenden Erfahrungen im Bereich der Bürgerbeteiligung, der Integration dezentraler Energieverwaltung oder der sozial-ökonomischen Balance bei Architekturen nicht genügend berücksichtigt oder setzten einzelne Disziplinperspektiven unausgewogen in den Vordergrund.

Unter der Leitung des M2C Instituts an der Hochschule Bremen werden im ersten Jahr von Think BETA neue Ansätze zu Forschung und Entwicklung in diesem Bereich untersucht und ein Forschungsdesign mit den Partnern entwickelt. In einer Fortsetzung in einem zweiten sollen dann mehrere internationale Forschungs- und Entwicklungsprojekte entstehen, die in den darauf folgenden Jahren umgesetzt werden.

Das Fernziel von Think BETA ist der Aufbau eines europäischen virtuellen Instituts im Thema IKT für Smart Cities. Praktisch sollen aber insbesondere aus dem Wissensaustausch eine gemeinsamen Forschungsstrategie und gemeinsame internationale Forschungsprojekte hervor gebracht werden.

Neben dem M2C Institut für angewandte Medienforschung und der Hochschule Bremen sind die europäischen Partner: Kristianstad University, Riga Technical University, The National Museum of Denmark, Gdansk Galeria Miejska, Gdansk University of Technology, Cnetrum Sztuki Wspolczesnej Laznia, Bremer Zentrum für Baukultur, Der Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa. Hinzu kommen das BxmC des Polytechnic Instituts der New York University und die East China Normal University in Shanghai sowie weitere Hochschulen und Forschungslabore aus Deutschland.

Quelle: Hochschule Bremen

Navigierte Leberchirurgie: Internationale Kooperation – Fraunhofer MEVIS und Universität Bern kooperieren mit führendem Leberzentrum in Shanghai

04. Januar 2011

Schwierige Operationen an der Leber werden heute immer häufiger am Computer geplant und hinsichtlich ihrer Risiken optimiert. Dabei werden auf Grundlage radiologischer Bilddaten die Lebergefäße und -tumore analysiert und zu einem patientenindividuellen dreidimensionalen Abbild der Leber zusammengesetzt. Anhand dieses virtuellen Lebermodells können Chirurgen die Risiken einer Operation vorab berechnen und das optimale Vorgehen zur operativen Entfernung der Tumore planen. In einer Forschungskooperation zwischen dem Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS in Bremen und dem ARTORG Center for Biomedical Engineering Research an der Universität Bern soll diese Navigationstechnik nun am Eastern Hepatobiliary Surgery Hospital (EHBH) in Shanghai intensiv evaluiert und weiterentwickelt werden.

Mit jährlich mehr als 5.000 Leberresektionen ist das EHBH in Shanghai das größte Leberzentrum der Welt. In mehr als 90% der behandelten Fälle handelt es sich um Primärtumore der Leber – sogenannte hepatozelluläre Karzinome (HCC) – die mit guten Aussichten auf vollständige Genesung operiert werden können. Die große Anzahl und Bandbreite der leberchirurgischen Fälle am EHBH ermöglichen es, in relativ kurzer Zeit eine klinische Evaluierung der Navigationsunterstützung für diese Tumore durchzuführen und die Ergebnisse in die Weiterentwicklung des Navigationssystems einfließen zu lassen.

Als Auftakt für die Forschungskooperation besuchten Prof. Heinz-Otto Peitgen und die Diplom-Mathematikerin Andrea Schenk vom Fraunhofer MEVIS in Bremen sowie Prof. Stefan Weber vom ARTORG und Prof. Daniel Candinas, Chefarzt für Viszeralchirurgie und Klinikdirektor des Inselspitals der Universität Bern, vom 15. bis 19. November 2010 das EHBH in Shanghai. Unter Leitung des Leberchirurgen Prof. Yi Wang wurden mit Unterstützung der Gäste aus Europa drei Patienten unter Einsatz des Leber-Navigationssystems der Firma CAScination AG (Bern, Schweiz) erfolgreich operiert. Die in Shanghai gesammelten Erfahrungen werden jetzt in das Navigationssystems integriert und ein entsprechend konfiguriertes System wird für etwa ein Jahr dem Leberzentrum in Shanghai zur Verfügung gestellt.

Während Chirurgen sich bisher im Operationssaal (OP) weitgehend auf den zuvor mental entworfenen und im Gedächtnis gespeicherten Operationsplan verlassen mussten, unterstützen moderne Navigationssysteme eine Übertragung der geplanten Schnittführung auf die Leber des Patienten direkt im OP. Nachdem das am Computer erstellte individuelle Organmodell im OP mit der Leber des Patienten in Deckung gebracht ist, hilft das Navigationssystem den Chirurgen dabei, sich in dem komplexen Geflecht der Lebergefäße zu orientieren und die zuvor ermittelten Orte hohen Risikos aufzufinden. Die momentane Position des chirurgischen Instrumentes und die in der Nähe befindlichen Blutgefäße und Tumore werden kontinuierlich am Bildschirm dargestellt. Das ermöglicht den Chirurgen eine kontrollierte Umsetzung der zuvor geplanten optimalen Schnittführung.

Über ARTORG: Das 2008 zwischen dem Inselspital Bern (Medizinische Fakultät) und der Universität Bern initiierte ARTORG Forschungszentrum ist in der interdisziplinären Lehre, Forschung und Entwicklung für Biomedizinische Technik tätig. Im Zentrum arbeiten interdisziplinäre Forschungsgruppen aus Einheiten der Medizinischen Fakultät sowie anderen Fakultäten der Universität Bern sowie weiteren universitären Institutionen und Fachhochschulen zusammen.
(www.artorg.unibe.ch)

Über Fraunhofer MEVIS: Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin in Bremen ist ein weltweit führendes und international vernetztes Forschungs- und Entwicklungszentrum für Computerunterstützung in der bildbasierten Medizin. Es verfolgt einen patientenzentrierten und auf die klinischen Abläufe zugeschnittenen Ansatz zur Lösung klinisch relevanter Fragestellungen der bildgestützten Diagnose und Therapie. Der Fokus liegt dabei auf den epidemiologisch bedeutsamen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, des Gehirns, der Leber und Lunge sowie auf Krebserkrankungen.
(www.mevis.fraunhofer.de)

Kontakt
Bianka Hofmann
Wissenschaftliche Redakteurin
Tel.: 0421 – 218 – 7703
Fax: 0421 – 218 – 4236
E-Mail: bianka.hofmann(at)mevis.fraunhofer.de

Quelle: Fraunhofer MEVIS – Institut für Bildgestützte Medizin

Stipendien für hervorragende Studienleistungen chinesischer Austauschstudenten

04. Januar 2011

Kurz vor dem Jahresausklang überreichte Hochschul-Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann an vier chinesische Austauschstudenten aus Shanghai Stipendien-Urkunden für hervorragende Studienleistungen an der Chinesisch-Deutschen Hochschule für Angewandte Wissenschaften (CDHAW) der Tongji-Universität, seit 2009 Partnerhochschule der Hochschule Harz.

Nach einem theoretischen Semester am Fachbereich Automatisierung und Informatik der Hochschule Harz, das das in China begonnene Mechatronik-Studium vertieft, absolvieren die Studierenden aus dem Reich der Mitte im nächsten Semester ein Praktikum in einem deutschen Unternehmen und verfassen dort auch ihre Bachelor-Arbeit. „Die Kooperation mit der renommierten Tongji-Universität leistet einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung des technischen Fachbereichs der Hochschule Harz“, freute sich Prof. Dr. Bernhard Zimmermann, Dekan des Fachbereichs Automatisierung und Informatik.

Die Gründung der CDHAW an der Tongji-Universität in Shanghai im Jahr 2004 durch deutsche Professoren nach dem Vorbild der deutschen Fachhochschule hat zum Ziel, deutschsprechende chinesische Arbeitskräfte für hiesige Unternehmen, die auf dem chinesischen Markt operieren, auszubilden. Der Schwerpunkt liegt auf den ingenieurwissenschaftlichen Fächern. Alle Studiengänge sind in Deutschland akkreditiert, viele Lehrveranstaltungen finden auf Deutsch statt. Zudem ist ein reger Studierenden- und Lehrkräfteaustausch vorgesehen. Derzeit kommen jährlich 60 chinesische Studierende nach Deutschland, verteilt auf 15 Hochschulen. Federführend sind die Fachhochschulen Esslingen, Wolfenbüttel und Erfurt. In Deutschland wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), in China vom „Ministry of Education“ gefördert.

Kontakt
Andreas Schneider
Leiter Dezernat Kommunikation und Marketing
Tel.: 03943 – 659 – 106
Fax: 03943 – 659 – 899
E-Mail: aschneider(at)hs-harz.de
Web: www.hs-harz.de

Quelle: Hochschule Harz, Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)

Frankfurter Forschungszentrum berät chinesische Provinz bei Schutz der biologischen Vielfalt

24. November 2010

Das Frankfurter Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) berät politische Entscheidungsträger der chinesischen Provinz Yunnan bei integrierten Artenschutzmaßnahmen. Der Erfahrungsaustausch wurde von der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) gefördert. Ziel ist es, klimaangepasste Schutz- und Managementstrategien für die biologische Vielfalt in der Region auf Basis des aktuellen Wissensstands zu bewerten und weiterzuentwickeln. Die Provinz ist von besonderem Interesse, da Yunnan unter den 20 Regionen rangiert, die weltweit die höchste Artenvielfalt aufweisen.

Logo SenckenbergBiodiversitäts-Hotspot Yunnan

Die Provinz Yunnan liegt im Südwesten Chinas an der Grenze zu Myanmar. Das Gebiet erstreckt sich über mehrere Klimazonen – vom tropischen Regenwald bis zu den alpinen Landschaften des Himalaya – und weist eine hohe Vielfalt von Lebensräumen auf. Beispielsweise die einzigartigen Flusstäler: fast 300 km lang winden sich die Ströme Jangtse, Mekong und Saluen von Nord nach Süd in Richtung Küstenebene. Dieser geografischen und geologisch einzigartigen Lage ist es zu verdanken, dass Yunnan Heimat sehr vieler seltener und nur hier vorkommender Arten ist. Für den weltweiten Artenschutz ist die Region daher besonders wertvoll.

Politikberatung im Rahmen internationaler Tagung

Um eine wissensbasierte Grundlage für Artenschutzmaßnahmen zu schaffen, trafen sich daher Mitte November Politiker und Wissenschaftler zum „International Forum on Northwest Yunnan Biodiversity Conservation“ in China. Auf der international besetzten Tagung waren neben Vertretern des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) und der GTZ auch Vertreter des UN Umweltprogramms, der Umweltorganisation WWF sowie Abgesandte des chinesischen Umweltministeriums MEP, regionaler Umweltbehörden und Forschungseinrichtungen anwesend. Inhaltlicher Schwerpunkt des Erfahrungsaustauschs waren aktuelle Forschungsergebnisse, Methoden und Ansätze zum Erhalt von Biodiversität. Ein Vertreter des BiK-F beleuchtete u.a. den Zusammenhang zwischen dem Kohlenstoffkreislauf, Biodiversität und Ökosystem-Dienstleistungen.

Artenschutz als Teil der regionalen Entwicklung

Ein zweiter Schwerpunkt der Veranstaltung waren die Ergebnisse der bisherigen politischen Maßnahmen und die sozial-ökonomischen Folgen der Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung. Wie in Restchina stehen sich in Yunnan der Wunsch nach wirtschaftlicher Entwicklung der Region und der Notwendigkeit des Erhalts der Ökosysteme gegenüber. Helfen sollen integrierte Artenschutzmaßnahmen, von denen nicht nur die Biodiversität, sondern auch die vielerorts in Armut lebende Bevölkerung profitiert. Ein Ansatz in Yunnan besteht daher darin, den sanften Tourismus in der Region zu etablieren und so Artenschutz und Einkommenserwerb gewinnbringend miteinander zu verbinden.

Anwendungsorientierung grundlegend für BiK-F

Aber auch ganz grundsätzliche Fragen wurden erörtert: An welchen Indikatoren lässt sich langfristig beobachten, wie es um die biologische Vielfalt der Region bestellt ist? Fragen wie diese sind wichtige Ansatzpunkte, an denen Forschungseinrichtungen wie das Biodiversität und Klima Forschungszentrum ihre Expertise in diesem Bereich einbringen können. Für das noch junge Forschungszentrum ist es außerdem bereits die zweite Kooperation mit der GTZ im asiatischen Raum. Seit Anfang 2010 unterstützen BiK-F-Wissenschaftler mongolische Behörden bei der Erforschung dortiger Biodiversität. Prof. Dr. Bernhard Stribrny, Leiter der Transferstelle des BiK-F, erklärt dazu: „Es gehört zum Grundkonzept des BiK-F, neben der Erforschung naturwissenschaftlicher Zusammenhänge, dieses Wissen auch weiterzutragen und in Handlungsgrundlagen für die Politik umzusetzen. Diesem Anliegen kommen wir international u.a. mit der Beteiligung am Erfahrungsaustausch wie in der Mongolei oder Yunnan nach.“

Kontakt
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)
Sabine Wendler
Tel.: 069 – 7542 – 1838
E-Mail: sabine.wendler(at)senckenberg.de
Web: www.bik-f.de

Quelle: Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Frankreich: Die Auswahl chinesischer Studierender zwecks Aufnahme eines Studiums an einer französischen Universität wirft Probleme auf

19. November 2010

Während Staatspräsident Nicolas Sarkozy am 4.11.2010 anlässlich eines Staatsbesuchs des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao sich für Verdoppelung der Zahl chinesischer Studierender von derzeit 30 000 auf 60 000 aussprach, schlägt ein Skandal an der Universität Toulon wegen passiver Bestechung ihres Präsidenten Wellen.

Ein bisher noch nicht veröffentlichter gemeinsamer Bericht der “Inspections Générales de l’ enseignement supérieur” und des französischen Außenministeriums hat das Funktionieren der bisher von Frankreich praktizierten Auswahlverfahren untersucht; in ihrer bisherigen Form haben diese – so Le Figaro vom 12.11.2010 – an mehreren französischen Universitäten zu einer “explosiven Situation” geführt.

Im Verlauf der letzten zehn Jahre hat sich die Zahl chinesischer Studierender an französischen Universitäten verzehnfacht. Die französische Botschaft in Peking hat – so ein Diplomat – alle an der Aufnahme eines Studiums in Frankreich interessierten jungen Chinesen “mit offenen Armen empfangen”. Hierbei sei man hinsichtlich der notwendigen Vorkenntniss e im Französischen und der für die Aufnahme eines Studiums zu stellenden fachlichen Voraussetzungen nicht sehr anspruchsvoll gewesen. Vergleichbar einem Glücksspiel seien die “Würfel häufig getrickst gewesen”.

Es habe sich – so Le Figaro in seinem Artikel “Etudiants chinois: les clés d’ un dossier sensible” vom 12.11.2010 (s.o.) – herausgestellt, dass Studierende, die an chinesischen Eliteuniversitäten chancenlos geblieben seien, häufig ihre zweite Chance im Ausland – so auch in Frankreich – versuchten. Nichts bereite diese jungen Menschen in China auf ihren “Sprung ins Unbekannte” vor. Laxismus bei der Abnahme des französischen Sprachtests spiele in diesem Zusammenhang eine nicht unwesentliche Rolle. Das führe u.a. zu zweifelhaften Formen des Vortäuschens nicht vorhandener französischer Sprachkenntnisse.

Auf diesen Sachverhalt hatte das “Centre internationale d’ études pédagogiques” die 83 französischen Universitäten schon im März 2009 in einem Rundschreiben hingewiesen.

Bis zur effektiven Umsetzung des Hochschulreformgesetzes vom 10.8.2007 kam noch hinzu, dass manche französischen Universitäten zur Aufbesserung der für sie bestimmten staatlichen Finanzzuweisungen Interesse daran hatten, die Zahl der an ihnen Studierenden zu erhöhen.

Hochschulministerin Valérie Pécresse hat hat in einem Gespräch, das Le Figaro in seiner Ausgabe vom 12.11.2010 veröffentlichte, eine tief greifende Änderung der bisherigen Auswahlverfahren chinesischer Studierender und solcher aus anderen Schwellenländern angekündigt. Sie räumte ein, dass die bisherigen Auswahlverfahren undurchsichtig (”opaque”) gewesen seien. Deshalb seien manchmal Studierende zum Studium an französischen Universitäten zugelassen worden, die nicht in der Lage gewesen seien, einer Vorlesung auf Französisch zu folgen. Valérie Pécresse bezeichnete als einen Weg, künftig die Auswahlverfahren wirksamer zu gestallten, die Vervielfachung von Abkommen zwischen französischen und chinesischen Universitäten, die Doppelabschlüsse vorsehen. Man denke über die Schaffung zweisprachiger Diplome in Verbindung mit einem mindestens sechsmonatigen Studienabschnitt in englischer Sprache nach. Dies sei der einzige Weg, um in dieser Frage mit den angelsächsischen und deutschen Universitäten Schritt zu halten. Parallel hierzu müsse man den chinesischen Studierenden – in Verbindung mit einer schrittweisen Angleichung ihrer französischen Sprachkenntnisse – “transparente Immatrikulationsbedingungen” in den Fachrichtungen ihrer Wahl anbieten.

Quelle: Le Figaro vom 12.11.2010

Kooperation Lübeck – Shanghai: Zusammenarbeit in der Arzneimittelforschung wird ausgeweitet

19. November 2010

Die Universität zu Lübeck und das Shanghai Institute of Materia Medica (SIMM) der Chinesischen Akademie der Wissenschaften erweitern ihre bereits bestehende Zusammenarbeit. Dies vereinbarten Universitätspräsident Prof. Dr. Peter Dominiak und der stellvertretende Direktor des SIMM, Prof. Hualiang Jiang, mit der Unterzeichnung einer förmlichen Absichtserklärung (Memorandum of Unterstanding) am 5. November 2010 in Shanghai.

Das Shanghai Institute of Materia Medica ist eines der führenden chinesischen Forschungsinstitute auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung. Die Zusammenarbeit mit der Universität Lübeck besteht seit dem Jahre 2003. Damals, beim Ausbruch des SARS-Virus, begannen die gemeinsamen Forschungen mit Prof. Dr. Rolf Hilgenfeld, dem Direktor des Lübecker Instituts für Biochemie.

Im Laufe der vergangenen Jahre entstanden aus dieser Kooperation etliche gemeinsame Publikationen und drei Patentanmeldungen. Weitere werden folgen, da Prof. Hilgenfeld seit einem Monat auch als Professor am SIMM tätig ist.

Jetzt wurde diese Zusammenarbeit mit der Unterzeichung der gemeinsamen Vereinbarung auf eine formale Grundlage gestellt. So wird nun auch eine enge Zusammenarbeit zwischen der Graduiertenschule „Informatik in Medizin und den Lebenswissenschaften“, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen ihrer Exzellenzinitiative an der Universität Lübeck finanziert, und der Graduiertenschule des Instituts in Shanghai gestartet.

„Unsere Doktoranden und Doktorandinnen können dann einen Teil ihrer biomedizinischen Forschungsarbeiten in Shanghai durchführen und bis zu zwei Jahre dort verbringen“, erklärte der Manager der Lübecker Exzellenzeinrichtung, Dr. Yan Bailly. „Dies wird die Internationalisierung der Lübecker Universität einen wesentlich Schritt voranbringen“, betonte Prof. Dominiak anlässlich seines Besuches in Shanghai. Professor Jiang, der schon zweimal im Rahmen der gemeinsamen Forschungsarbeiten in Lübeck war, freut sich, dass die angehenden Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen seines Instituts einen Teil ihrer Doktorandenzeit in der „schönen alten Hansestadt“ verbringen können.

Das SIMM ist unter anderem auch führend bei der Analyse der Inhaltsstoffe von Heilmitteln aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Die in Shanghai aufgebaute Sammlung von 5000 gereinigten TCM-Wirkstoffen wird nun auch der Lübecker Forschung zur Verfügung stehen.

Kontakt
Rüdiger Labahn
Pressesprecher
Tel.: 0451 – 500 – 3004
Fax: 0451 – 500 – 3016
E-Mail: presse(at)uni-luebeck.de
Web: www.mu-luebeck.de

Quelle: Universität zu Lübeck

Die Jenaer Rechtswissenschaftlerin Dr. Jessica Schmidt (Foto: Anne Günther/FSU)

12. November 2010

Deutsches Recht in China – Juristin der Universität Jena stärkt während Chinareise die Beziehungen nach Fernost

Die Universität Jena intensiviert weiter ihre Verbindungen nach China. Derzeit bauen die Rechtswissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität einen regen Austausch mit der University of International Business and Economics (UIBE) in Peking auf. Prof. Dr. Dr. h. c. Eberhard Eichenhofer, Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, hatte während des Besuchs einer chinesischen Delegation ein Austauschprogramm vereinbart.
Foto von Jenaer Rechtswissenschaftlerin Dr. Jessica Schmidt.

„Der Kontakt nach China ist uns sehr wichtig, weil uns China rechtlich gesehen nähersteht, als man denkt“, erklärt Prof. Eichenhofer. „In China wird das deutsche Zivilrecht seit über einem Jahrhundert hoch geachtet. Es galt dort sogar bis in die 1930er Jahre hinein und gilt noch heute in Taiwan und Südkorea.“

Als erste Jenaer Rechtswissenschaftlerin ist Dr. Jessica Schmidt vom Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Privatversicherungsrecht und Internationales Privatrecht nach Peking gereist. Sie nahm an einem Workshop an der UIBE teil und hielt dort einen Vortrag über das Europäische Unternehmensrecht. Außerdem besuchte sie die Jahrestagung der Asian Law & Economics Association, um dort über die Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea) zu sprechen – eine seit 2004 zur Verfügung stehende, europäische Rechtsform, von der inzwischen viele große Unternehmen Gebrauch gemacht haben.

„Die chinesischen Kollegen sind sehr am europäischen Wirtschaftsrecht interessiert“, berichtet Jessica Schmidt. So beobachten sie etwa die 2008 im Rahmen der Reform des deutschen GmbH-Gesetzes eingeführten Erleichterungen für die Gründung junger Unternehmen. „Außerdem ist auch einmal interessant, von außen auf unser Rechtssystem zu blicken“, sagt Jessica Schmidt zu den Vorteilen der Reise. „Gerade weil sich die Chinesen schon so lange mit unserem Recht befassen.“

Die Jenaer Juristen hoffen nun auf einen baldigen Gegenbesuch aus Fernost – möglichst im nächsten Jahr.

Kontakt
Dr. Jessica Schmidt, LL.M.
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 – 942145
E-Mail: jessica.schmidt(at)uni-jena.de
Web: www.uni-jena.de

Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena